Diese Art von Büchern suggeriert also, dass der Autor wirklich nichts eigens verfasst, sondern lediglich Briefe oder Texte zusammengestellt und abgeschrieben hat, die er schon früher verschickt hatte. Der romanhafte Charakter des Buches wird dadurch verneint.
Was schließlich die Kommunikationssituation in Briefromanen angeht, so lassen sich drei Gruppen unterscheiden. Zur ersten Gruppe gehört die polylogische Kommunikation, in der es einen Dialog von mindestens zwei Personen gibt, nämlich Sender und Empfänger. Zwischen beiden besteht eine wechselseitige Kommunikation, weshalb der Leser, laut Kurt Spang, die Reaktionen der am Briefwechsel beteiligten abschätzen kann. Die monologische Kommunikation gehört zur zweiten Gruppe und besteht aus vielen Briefen desselben Absenders. Dieser Briefverfasser erhält keine Antwort, es ist meistens aber möglich, sich diese mittels der Reaktion des Absenders und mittels des Kontextes vorzustellen. Unter die dritte und letzte Gruppe fällt schließlich die gemischte Kommunikation, in der es neben den Verfassern der Briefe eine weitere Stimme gibt[4]. Diese kann ein Erzähler sein, der normalerweise erklärt, wozu der Schriftwechsel dient und an wen er gerichtet ist. Außerdem hat dieser Erzähler die Möglichkeit, Kommentare hinzuzufügen.
[4] Spang, Kurt (2000): La novela epistolar. Un intento de definición genérica.