Was aber ist Migration? Migration ist eine Bevölkerungsbewegung, die dadurch zustande kommt, dass Menschen meist aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen ihren bisherigen Lebensort verlassen, weil anderswo die Aussicht auf ein besseres Leben besteht. Soweit die Definition. Hinter diesen Umschreibungen steckt aber, dass diese Menschen durch Gewalt, durch Zwang, Krieg und andere Unmenschlichkeiten aus ihrem bisherigen Lebensraum verdrängt werden. Sie verlieren ihre Heimat. Nun könnte man sagen, dass sie ja eine neue finden, aber genau an dieser Stelle werden wir auf das eigentliche Dilemma der Migration gestoßen. Denn: Was ist das Problem der Migration? Der Ausschluss. Flüchtlinge klopfen an die Türen vieler Länder, um Asyl zu erbitten, aber in den meisten Fällen ist die Antwort negativ. Laut Zygmunt Bauman verleugnen wir etwas, ohne darüber nachzudenken, dass unsere Vorfahren schon Migranten waren, dass im Grunde jeder Mensch einen Migrationshintergrund hat: „Migrationen sind nicht neu, sie haben immer existiert und sind ein zeitloses Problem.“[1] Ohne Migrationsbewegungen hätten sich die heutigen Gesellschaften nicht bilden können; das politische, soziale und wirtschaftliche System, in dem wir leben, gäbe es derart nicht.
[1] Bauman, Z. (2016): Extraños llamando a la puerta. Barcelona, España: Editorial Paidós.
